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Die Neckarwestheimer Bücherei ist auch deshalb bei ihren Bürgern so beliebt, weil die Mitarbeiterinnen laufend neue Medien aussuchen, einkaufen und zur Ausleihe vorbereiten, um immer ein aktuelles und vielfältiges Angebot bereit halten zu können. Viele hundert "Neulinge" treffen jährlich bei uns ein - hier ein kleiner Blick auf einige unserer Neuanschaffungen; weitere Neuigkeiten finden Sie direkt unter den jeweiligen Sachbereichen. Auf der Startseite finden Sie ab sofort immer die Neuzugänge des vergangenen Monats.

Persönliche Lesetipps in der „Grün-Blauen Stunde“
Nächster Termin unserer Veranstaltung hier. Rückschau und Tipps der bisherigen Treffen hier.
Gerne können Sie uns auch bei Ihrem nächsten Besuch nach Tipps und Empfehlungen fragen!
Tipps zu Kinder- und Jugendmedien finden Sie unter "Medien".


TIPPS

"MAGISTERIUM" von Holly Black
Holly Black und Cassandra Clare erschaffen mit dem „Magisterium“ und der Fähigkeit, Dinge so detailreich wie kein anderer zu beschreiben, eine fabelhafte Welt voller Magier, Monster und zauberhafter Orte. Das Chaos am Anfang bei der Aufnahmeprüfung für das Magisterium und astreine Sprüche machen eine witzigen Einstieg, der den Leser mit leichter Kost in die Höhlen des Magisteriums führt. Alles in allem ein interessantes Buch für Fans von Zauberei, Fabelwesen und verzwickten Situationen, auch für Lese-Einsteiger.
Ein Tipp unseres Praktikanten Simon.

"PANAMA PAPERS"von Bastian Obermayer und Frederik Obermaier - ein Tipp unseres Lesers Mario Dürr
Mit ihrem Buch zu den "Panama Papers" haben Bastian Obermayer und Frederik Obermaier im In- und Ausland für erheblichen Aufruhr gesorgt.
Zusammen mit einem weltweit organisierten Netzwerk von Journalisten, ist es ihnen gelungen, ein weltumspannendes Netz von Steuerbetrug aufzudecken.
Im Buch wird detailgenau geschildert, wie die Journalisten an die Daten gekommen sind und wie sie versuchen, diese Daten zu überprüfen.
Die Abläufe sind spannend beschrieben und geben einen Einblick in die umfangreiche Aufarbeitung der Panama Papers, die von der Süddeutschen Zeitung zusammen mit einem internationalen Journalistenverband durchgeführt wurden.
Schon alleine die Datenmenge, die über einen Informanten zur Verfügung gestellt wird, bringt die Journalisten an ihre Grenzen.
Nur durch die Zuordnung der Unterlagen zu Journalisten und Presseorganen in den betroffenen Ländern, kann der ganze Umfang des Betruges aufgedeckt und veröffentlicht werden.
Besonders interessant wird es natürlich immer dann, wenn bekannte Personen betroffen sind, wie zum Beispiel der Ministerpräsident von Island, Sigmundur Gunnlaugsson, der aufgrund der Veröffentlichung zurücktreten musste.
Oder der deutschstämmige Inhaber der Anwaltskanzlei Mossack & Fonseca in Panama, Jürgen Mossack. Diese Kanzlei in Panama bildet das Zentrum des Handels mit Offshore- Firmen.
Ein Geschäft, dass den Kanzleien die es betreiben, und den Steueroasen in denen sie sitzen, erhebliche Einnahmen beschert. Das ist sicherlich mit ein Grund, warum es unmöglich erscheint, diesen Finanzströme auszutrocknen.
Ein ebenso interessanter Aspekt ist, dass nicht nur die westliche, kapitalistische Welt von diesem Problem betroffen ist, sondern, dass Mossack & Fonseca die meisten ihrer Büros außerhalb von Panama in China unterhalten.
Steuerbetrug und der Abzug von Millionenwerten aus der eigenen Volkswirtschaft, scheint auch im Kommunismus ein Problem zu sein.
Ein interessantes Buch für alle, die etwas über den Hintergrund der Panama Papers erfahren wollen.

"DER CIRCLE" von Dave Eggers - ein Tipp von Bürgermeister Mario Dürr
Dave Eggers gelingt es in seinem Roman "The Circle", hervorragend eine Welt darzustellen, in der die heutigen großen Internetfirmen wie Facebook, Google und Apple zu einer großen Firma, the Circle, verschmolzen sind und das Internet mit all seinen Anwendungen praktisch vollständig beherrschen. Nachdem man das Buch gelesen hat, wird einem sehr deutlich, was ein faktisches Monopol im Internet bedeuten kann und das das Sendungsbewußtsein einiger heutigen Internetfirmenbosse sehr wohl ein Problem ist und der Spruch "Don't be eval", als Kontrolle alleine nicht ausreicht.
Mae, die Hauptperson des Romans erlebt, wie es ist, als Neuling in eine absolut hippe Firma zu kommen, die viel verlangt, aber scheinbar auch viel gibt.
Zunehmend spielt sich das gesamte Leben innerhalb der Firma ab und dies ist natürlich auch so gewollt.
Eggers zeichnet das Bild eines Konzerns mit sektenhaften Strukturen, dessen Mitarbeiter der festen Überzeugung sind, dass ihre Arbeit die Welt verbessert. Andere Meinungen und Überzeugungen können nur schlecht und rückständig sein.
Wer arbeitet schon noch mit Papier, oder will bei einem wichtigen Vorgang noch persönlich anwesend sein, wenn das auch online geht.
Mae wird schließlich völlig gläsern, getreu ihrer eigenen Wahlsprüche:
GEHEIMNISSE SIND LÜGEN
TEILEN IST HEILEN
ALLES PRIVATE IST DIEBSTAHL
Das offene Ende des Romans, läßt einen mit einem kritischen Blick auf sein eigenes I-Phone zurück.

"GRABESGRÜN" von Tana French
Lesetipp (nicht nur) für Krimi-Fans: Die irische Autorin Tana French hat mir ihrem Debütroman (dem bis heute mehrere Bücher nachgefolgt sind) „Grabesgrün“ gleich einen Bestseller gelandet. Lassen Sie sich von dem Umfang (über 600 Seiten!) nicht abschrecken – die Autorin nimmt sie von der ersten Seite an mit in eine niemals reißerische und doch äußerst spannende Geschichte. Sie spinnt die Handlungsfäden so gekonnt, dass man lange nicht weiss, wohin es führt… Auch wer keine Krimis mag, kann hier das Richtige finden: ein spannendes Psychogramm eines Detectives und seiner Partnerin, die mit viel Engagement einem Fall folgen, der ihn in das Dorf seiner Kindheit zurückführt. (Gb)

"DER GRÖSSTE RAUBZUG DER GESCHICHTE" von Matthias Weik und Marc Friedrich - ein Tipp unseres Bürgermeisters Mario Dürr
Mit ihrem ersten Buch "Der grösste Raubzug der Geschichte", haben Matthias Weik und Marc Friedrich gleich einen Bestseller gelandet. Die beiden Autoren beschreiben in ihrem Buch die Entstehung und den Verlauf der Finanzkrise von 2008/2009. Es gelingt ihnen, die komplizierten finanziellen und volkswirtschaftlichen Abläufe so zu vereinfachen, dass sie gut verständlich werden. Dazu entwerfen sie immer wieder Beispiele aus dem täglichen Lebensumfeld, um die Vorgänge nachvollziehbar zu beschreiben. Auch dies gelingt den Autoren in einem lockeren Erzählstil und macht das Buch sicherlich für eine Leserschaft interessant, die sich sonst eher nicht mit Finanzen, Banken und Volkswirtschaft beschäftigen würden.
Mit Jimmys Kneipe, der Party auf Kredit, schaffen sie es die Entstehung der Schuldverschreibungsblase trefflich zu beschreiben. Alleine diese Geschichte würde bestimmt manche Vorlesung in Betriebswirtschaft deutlich aufpeppen.
Im übrigen trägt natürlich sicherlich auch der Titel des Buches zum Verkaufserfolg bei.
Außerdem kann bei schwäbischen Autoren der Hinweis auf die schwäbische Hausfrau natürlich auch nicht ausbleiben.
Allerdings birgt diese Art, umfangreiche und komplexe Vorgänge stark zu vereinfachen, natürlich immer die Gefahr, in eine reine schwarz/weiß Darstellung zu verfallen.
Die Banken sind böse und ihr einziges Ziel ist, die Menschen zu betrügen.
Ganz so einfach ist die Welt dann aber doch nicht und alle Banken waren eben gerade nicht an den Vorgängen beteiligt. Denn wenn es so gewesen wäre, hätten wir die Finanzkrise trotz allem nicht so gut überstanden.
Das es unzweifelhaft bei den Investmentbanken Exzesse gab, ist unbestritten. Allerdings sind die Aussagen der Autoren dazu, wie ein weltweites Bankensystem stattdessen aussehen soll, wenig konkret.
Außerdem ist es eben schlicht unmöglich, unsere Volkswirtschaften, so wie sie heute existieren, ohne einen funktionierenden Bankensektor am Leben zu erhalten. Und trotz des sich öfter wiederholenden Argumentes, dass die Einkommensverteilung weltweit noch nie so ungerecht wie heute ist, muss man eben auch feststellen, dass es vermutlich noch nie so vielen Menschen so gut gegangen ist, wie heute.
Was natürlich nicht heißen darf, dass nicht weitere Verbesserungen bei der Einkommensverteilung nötig sind.
Allerdings bleiben auch hier die Autoren eine Alternativlösung schuldig.
Zudem nutzen die Autoren ihr Buch, um ihre Kritik am Euro zu begründen.
Zweifelsohne muss das System des Euros und der Währungsunion verbessert werden. Aber den Euro einfach abzuschaffen, wie es den Autoren vorschwebt, ist denke ich keine Lösung.
In einer Welt mit Volkswirtschaften wie den USA, China, Indien, Brasilien und Russland alleine als Deutschland mit der D-Mark bestehen zu wollen, ist eindeutig illusorisch.
Dazu kommt ja noch, dass selbst die jetzige Eurozone im Verhältnis zu den anderen Volkswirtschaften in Zukunft eher kleiner wird.
Vielleicht muss die Konsequenz tatsächlich heißen, Volkswirtschaften die wirtschaftlich nicht in die Eurozone passen, zu verabschieden, aber in der europäischen Union zu halten.
Wie man an Dänemark und Schweden sieht, kann dies ja durchaus funktionieren.
Leider machen die Autoren aber auch dazu keine Aussage, oder zeichnen eine Alternative auf.
Auch der Hinweis, als Alternative in Sachwerte zu investieren, ist nicht eben neu.
Für den Leser, der einfach mal in das Thema Finanzkrise einsteigen will, ohne sich gleich mit volkswirtschaftlichen Theorien beschäftigen zu wollen, ist "Der grösste Raubzug der Geschichte" sicherlich ein interessanter Einstieg. (MD)

"JAGE ZWEI TIGER" von Helene Hegemann - eine Rezension unseres Bürgermeisters Mario Dürr
Mit "Jage Zwei Tiger", legt Helene Hegemann ihren zweiten Roman vor. Die als Wunderkind gefeierte Autorin, bleibt, wie in ihrem ersten Roman "Axolotl Roadkill"(auch im Bestand der Medienwelt) ihrem Erzählstil treu. Wer "Axolotl Roadkill" schon verwirrend fand, wird sich bei "Jage Zwei Tiger" ebenfalls in einer Welt wiederfinden, die schwer nachvollziehbar ist.
Mit Kai und Cecile begegnen sich zwei Jugendlichen, die aus bürgerlicher Sicht, aus völlig zerrütteten Familie stammen. Da es in der Geschichte von Helene Hegemann aber nur solche Familien zu geben scheint, also eher ein Normalzustand.
Im Klappentext des Buches heißt es, Hegemann erzähle von der Suche nach Wahrheit und Transzendenz in einer zersplitternden Umwelt.
Von einer Suche konnte ich nichts entdecken, aber die zersplitternde Umwelt war unüberlesbar.
Als Leseexperiment durchaus zu empfehlen, oder wie der Klappentext ebenfalls meint, "das Leben ist ein Traum, der Körper Einbildung und die Liebe Projektion". (MD)

"ZEITENZAUBER" von Eva Völler
Amüsant-interessante Zeitreise: Zeitenzauber – Die magische Gondel“ ist eine unterhaltsame Lektüre für Jugendliche wie auch für Erwachsene. Die 17jährige Anna wird mitten im Urlaub ins Venedig des 15. Jahrhunderts katapultiert. Warum das so ist und wie sie wieder zurückgelangen kann, das erzählt Autorin Eva Völler unterhaltsam und spannend – besonders für Leser, die Venedig selbst kennen. (Gb)
"EIN DEUTSCHER WANDERSOMMER" von Andreas Kieling - ein Tipp unseres Bürgermeisters Mario Dürr
Mit seinem Buch "Ein deutscher Wandersommer", begibt sich Andreas Kieling auf eine interessante Wanderung entlang der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze.
Er ist nicht wie sonst aus dem Fernsehen bekannt, in fremden Ländern unterwegs, sondern wandert mit seiner Hündin Cleo von Mödlareuth in Bayern, bis nach Priwall an der Ostsee.
Wie er selbst sagt, "diese Wanderung quer durch Deutschland war für mich eines meiner schönsten Abenteuer. Emotional die stärkste Unternehmung, die ich je gemacht habe".
Bei seiner Wanderung über 1400 Kilometer entdeckt er den wilden Teil unserer Heimat. Das Thüringer Schiefergebirge, die Wasserkuppe mit dem Schwarzen Moor, das Eichsfeld, der Brocken und der Drömling. Gegenden, von denen man vielleicht schon einmal etwas gehört hat, aber häufig nicht zuordnen kann. Mit Andreas Kieling werden sie lebendig. Man beginnt zu überlegen, ob man nicht selbst einmal die eine oder andere Strecke erwandern will.
Das Buch passt also gut in eine Zeit, in der das Wandern sein angestaubtes Image verliert und mehr und mehr Menschen wieder zu Fuß unterwegs sind. (MD)

"DAS SCHNEEMÄDCHEN" von Eowyn Ivey - ein Tipp unseres Bürgermeisters Mario Dürr

Mit dem Schneemädchen ist Eowyn Ivey ein im wahrsten Sinne des Wortes wunderbarer Erstlingsroman gelungen.
Wie bei einem Gedicht von Rilke verschmelzen im Roman "Das Schneemädchen" von Eowyn Ivey die Landschaft Alaskas mit der Lebensgeschichte von Mabel, Jack und dem Schneemädchen Faina.
Mit dem ersten Schnee in Alaska taucht im Leben der Neufarmer Jack und Mabel das Schneemädchen auf und schon bald fragen sich die Beiden, wo das Mädchen herkommt und wie es in der eisigen Winterlandschaft Alaskas überleben kann?
Damit beginnt die Geschichte des Schneemädchens und nach 450 Seiten einer wunderbaren Geschichte über Alaska, den Schnee, das Leben, die Freundschaft und von Verlust, Kälte und Tod, endet die Geschichte wieder mit dem ersten Schnee. (MD)

"COSMOPOLIS" von Don DeLillo - ein Tipp unseres Bürgermeisters Mario Dürr
Don DeLillo gilt aktuell als einer der wichtigsten Autoren der USA. Mit Cosmopolis nahm er 2003 schon beinahe prophetisch die internationale Finanzkrise literarisch aufs Korn.
Eric Packer, ein junger Börsenspekulant , ist mit seiner Stretchlimo unterwegs quer durch New York. Bei dieser scheinbar völlig planlosen Fahrt, erlebt der Leser die Lebenswirklichkeit eines Menschen, bei dem es außer dem Faktor Geld keinerlei Grenzen zu geben scheint. Moral, menschliche Beziehungen, alles wird im wahrsten Sinne des Wortes dem Götzen Geld untergeordnet.
Ähnlich hektisch und getrieben von den internationalen Finanzmärkten wie Eric Packer, ist der Schreibstil von Don DeLillo. Die Reise in der Limo nimmt groteske Züge an.
Interessant, aber nicht ganz einfach zu lesen und für die, die etwas lesefaul sind, gibts natürlich auch den Film zum Buch mit Juliette Binoche und Robert Pattinson. (MD)

"DIE ALCHEMIE DER UNSTERBLICHKEIT" von Kerstin Pflieger -
ein Tipp unseres Bürgermeisters Mario Dürr
Kerstin Pflieger, die im Landkreis Heilbronn lebt, legt mit "Die Alchemie der Unsterblichkeit" ihren ersten Band einer neuen Mystery-Serie vor. Zur Zeit ja ein sehr aktuelles und beliebtes Thema für Bücher, Filme und Fernsehserien.
Die Geschichte spielt im Jahr 1771 im Nordschwarzwald. Es herrscht Hungersnot in Karlsruhe und im Schwarzwald. Das Wetter ist sehr schlecht und es gab schon mehrere Missernten. Historisch betrachtet hat die Autorin ihre Geschichte geschickt in einen Zeitraum gepackt, indem es tatsächlich wohl sehr kalt war und Hungersnot herrschte.
Icherios Ceihn, ein junger Gelehrter, wird vom Geheimbund der Rosenkreuzer in ein entlegenes Dorf im Nordschwarzwald geschickt, um eine Mordserie aufzuklären.
Dabei merkt er schnell, daß es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als er sich bisher vorzustellen wagte.
Die Geschmäcker bei solchen Mysterybüchern gehen ja auseinander.
Wer aber Geschichten von Vampiren, Werwölfen und Irrlichtern mag und dabei noch ein bißchen Heimat und historischen Hintergrund will und eben keine amerikanisierte Geschichte , ist bei Kerstin Pflieger gut aufgehoben. (MD)

"STAHLBETON" von Birgit Hummler -
ein Tipp unseres Bürgermeisters Mario Dürr
Mit "Stahl Beton" begiebt sich Birgit Hummler mit ihrem Stuttgart-Krimi in die Szene von Großbaustellen, Leiharbeitern und Schwarzarbeit.
Alles beginnt mit einem Toten , der am Feuerbacher Eisenbahntunnel gefunden wird.
Eine interessante Geschichte , die sich rund um die Großbaustelle der neuen Landesmesse auf den Fildern abspielt.
Die Stuttgarter Kripo und das LKA bewegen sich bei ihren Ermittlungen in einem schwierigen politischen Umfeld und geraten sehr schnell auch in Kontakt mit der russischen Mafia, die den Menschenschmuggel auf die Baustellen organisiert. Also alle Zutaten vorhanden, für eine interessante Geschichte mit Bezug zur Region. Außerdem schafft es Birgit Hummler sehr gut, die handelnden Personen so dar zu stellen, dass der Leser sich sehr gut in sie hineinversetzen kann. (MD)

"SCHWARZE DIAMANTEN" von Martin Walker
Der dritte Fall für Bruno, Chef de Police im eigentlich beschaulichen Städtchen Saint-Denis im Périgord – auch in diesem Buch entwickelt sich die Handlung komplex und die „Schwarzen Diamanten“ alias Trüffel dienen eigentlich nur als Einstieg bzw. als verbindendes Element. Es geht um Frankreichs Kolonialkriege sowohl in Vietnam als auch in Algerien und die Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Martin Walker ist es auch diesmal wieder gelungen, die Handlung in das alltägliche Leben in einer französischen Kleinstadt und ihrer Bewohner zu integrieren. (Ger)

"MORDSFREUNDE" von Nele Neuhaus
Kommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff müssen wieder im Taunus ermitteln. Dieses Mal geht es um einen Umweltschützer, der entweder geliebt oder gehasst wurde – jedenfalls ist er tot. Der Kriminalroman beleuchtet politische Einzelinteressen und die dazugehörigen Akteure und auch die privaten und beruflichen Verwicklungen der Ermittler kommen nicht zu kurz.

"IMPERIUM" von Christian Kracht
- ein Tipp unseres Bürgermeisters Mario Dürr
Ein Artikel im SPIEGEL hat zu heftigen Auseinandersetzungen um den Roman "Imperium" und den Autor Christian Kracht und seine mögliche rechtsnationale Gesinnung geführt. Das alleine könnte ja schon Grund genug sein, um sich mit dem Buch auseinander zu setzen. Da Christian Kracht auch noch als einer der zur Zeit angesagtesten Autoren gilt und mich sein Roman "Faserland" auch schon beschäftigt hat, war das Interesse natürlich umso größer.
Den Auflagezahlen hat die ganze Diskussion jedenfalls nicht geschadet. Mir persönlich ist es jedenfalls schwer gefallen, irgendwelches rechtsradikales Gedankengut zu entdecken.
"Imperium" beschreibt eher ein gesellschaftliches Phänomen in einer Zeit vor dem ersten Weltkrieg, das bis sich bis heute fest in der deutschen Gesellschaft hält. Die Suche nach einem naturnahen Lebensstil, der die Umwelt schont und am besten noch die ganze Welt glücklich macht.
Solche Phasen gab es wohl immer wieder , wenn man in die Geschichte zurück blickt. Nach den 1920 Jahren und die bekannten 68' , findet für uns die Entsprechung in den 1980 mit den Müslis statt und im Moment ganz aktuell mit der Diskussion, ob sich mit einer vegetarischen Lebensweise auch noch kurz das Weltklima retten läßt.
Bei Kracht ist es August Engelhardt, der in den deutschen Südsee Kolonien ,vor dem ersten Weltkrieg , der Überzeugung fröhnt, die Kokosnuss sei eine göttliche Frucht und wer sich nur von ihr ernährt lebt glücklich und sehr lange.
Am besten lässt sich nach Ansicht von Engelhardt, diese Lebensweise in einer Art Kommune umsetzen.
Dabei beschreibt Kracht natürlich das gesellschaftliche Umfeld in den damaligen deutschen Kolonien in der Südsee und er spielt auch auf Adolf Hitler an, der ja ebenfalls Vegetarier war, aber davon rechtsnationale Tendenzen abzuleiten , ist doch eine recht weit ausgelegte Interpretation.
Also, um sich an diesen Diskussionen beteiligen zu können, bleibt wohl nichts anderes übrig, als "Imperium" selbst zu lesen. (MD)


Grün-Blaue Stunde - Medientipps

Grün-Blaue Stunde im Juli: Bürgermeister Mario Dürr nimmt neben dem Medien- auch das Veranstaltungsangebot der Medienwelt gerne wahr.


„DIE ZEIT IST KAPUTT" von Klaus Kordon
"Die Lebensgeschichte des Erich Kästner“. Geschrieben hat Klaus Kordon dieses Buch für Jugendliche ab 14 Jahren. Es ist für Erwachsene genau so interessant, denn die Lebensgeschichte des 1899 geborenen Schriftstellers Kästner spiegelt die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts wider. Keine trockene Biographie also, sondern vielmehr ein spannendes Geschichtsbuch. Kindheit in Dresden, das Berlin der 20er Jahre, zwei Weltkriege und natürlich sein literarisches Schaffen sind die Themen. Übrigens: Bei uns finden Sie nicht nur die Kinderbücher von Erich Kästner, sondern ebenso Gedichte, den Roman „Fabian“, Verfilmungen auf DVD, Hörbücher. U.a. auch die Vertonung mit Stimme und Musik „Als ich ein kleiner Junge war“ – manche waren vor einigen Jahren bei unserer Veranstaltung auf Schloß Liebenstein mit Walter Sittler dabei und erinnern sich noch.

"DAS LICHT IN EINEM DUNKLEN HAUS" von Jan Costin Wagner -
Ein Tipp unseres Bürgermeisters
Ein Deutscher, der die besten Krimis aus Skandinavien schreibt? Mit "Das Licht in einem dunklen Haus", gelingt Jan Costin Wagner es als Deutschem tatsächlich, einen Krimi in Finnland spielen zu lassen und dabei den typischen Ton der bekannten Krimis aus Skandinavien zu treffen. Vielleicht sogar besser. Sein Kommissar Kimmo Joentaas ermittelt einen Serienmörder, der versucht mit seinen Morden, ein traumatisches Kindheitsereignis zu bewältigen.
Gebrochene Persönlichkeiten auf der Seite des Verbrechens und der Polizei, genauso wie seltsame Lebensläufe, ist man bei den Kriminalromanen aus Skandinavien ja gewohnt, aber bei Jan Costin Wagner erscheinen sie noch dunkler und zerissener als sonst. Also ist "Das Licht in einem dunklen Haus" für Fans quasi ein Muss.
Wobei ich für alle Finnen nur hoffen kann, dass sich bei ca. 5 Millionen Einwohnern, die Anzahl der Persönlichkeiten die sich in den Krimis herumtreibt, deutlich unter dem Schnitt liegt, der in den Kriminalromanen vorkommt. Denn sonst wäre das Leben wohl nur schwer zu ertragen. Ich habe die Finnen und Schweden jedenfalls deutlich zugänglicher erfahren, als sie in den Romanen vorkommen. Also, meine Empfehlung: Den Krimi lesen und sich von Skandinavien im Urlaub einen persönlichen Eindruck verschaffen. (MD)

"DIE BLAUE LISTE" von Wolfgang Schorlau - Ein Tipp unseres Bürgermeisters
Wolfgang Schorlau verbindet in seinem ersten Roman mit dem Privatermittler Georg Dengler, drei Ereignisse die eigentlich nichts miteinander zu tun haben.
Den Mord an Carsten Detlev Rohwedder, dem damaligen Präsidenten der Treuhand. Den Absturz einer Maschine der Lauda Air über Thailand und die Polizeiaktion in Bad Kleinen, bei der das RAF-Mitglied Wolfgang Grams erschossen wird.
Vieles erscheint im Roman tatsächlich denkbar, manchmal etwas überzogen, aber die Geschichte ist immer sehr dicht geschrieben.
Besonders interessant erscheint mir der wirtschaftspolitische Hintergrund, bei dem die Idee der Genossenschaft eine wichtige Rolle spielt. Vorallem auch deshalb, weil wir in unserer Gemeinde mit der BürgerEnergie Genossenschaft diese Idee gerade wieder neu beleben und gleichzeitig mit der Fusion unserer Winzergenossenschaft erleben, wie ein Stück Genossenschaftsgeschichte zu Ende geht.
Was wäre gewesen, wenn viele Betriebe in der DDR zu Genossenschaften geworden wären, anstatt sie zu verkaufen?
"Die blaue Liste" ist keine leichte Kost und für einen Krimi sehr politisch, aber immer spannend. (MD)

"INSELZIRKUS" von Gisa Pauly
Der Roman von Gisa Pauly ist auch für Leser interessant, die nicht unbedingt ein Faible für Krimis haben. Die Handlung ist zwar durch die unerwarteten Wendungen und unterschiedlichen Handlungsstränge manchmal komplex – aber durchaus gespickt mit Situationskomik und Schilderungen, bei denen sich mancher Aha-Effekt einstellt. Der ermittelnde Kommissar ist der Schwiegersohn der Hauptperson Mamma Carlotta und verwitweter Vater von zwei Teenagern. Mamma Carlotta kommt aus Italien immer wieder für längere Zeit nach Sylt, um sich dort um die Familie zu kümmern. Leider gerät sie immer wieder – natürlich völlig unfreiwillig – in die Ermittlungen ihres Schwiegersohns, die sie dann auf unkonventionelle Weise unterstützt. Ein unterhaltsames Taschenbuch – nicht nur für Nordsee-Urlauber.

"FREIHEIT" von Jonathan Franzen
- Ein Tipp unseres Bürgermeisters
"Freiheit" von Jonathan Franzen wird von der internationalen Literaturkritik als der neue große amerikanische Erzählepos gefeiert. Franzen beschreibt sehr umfangreich und intensiv eine amerikanische Mittelstandsfamilie. Man wird als Leser in die Entwicklung der Familien Berglund eingebunden und entwickelt ein Verständnis für das gesellschaftliche Umfeld.
Der Naturschutz in den USA, die Auseinandersetzungen des liberalen Bildungsbürgertums mit der Repubilkanischen Partei, der Gegensatz des Mittelwestens zur Ostküste. All das und das auf und ab der Beziehungen einer Familie komprimiert Franzen in der Familie Berglund. Ein Sittengemälde unserer Zeit, ähnlich wie Thomas Mann es bei den Buddenbrooks gezeichnet hat.
Ein Roman, der mit seinen über 700 Seiten gut in die Pfingst- oder Sommerferien passt. (MD)

"DAS WAR ICH NICHT" von Kristof Magnusson
In seinem Buch „Das war ich nicht“ erzählt der junge deutsche Autor die Geschichte dreier völlig unterschiedlicher Personen, die sich nach und nach miteinander verflechten. Dies gelingt ihm auf so unterhaltsame Weise, dass man das Buch ruckzuck durchliest. Ein junger Bankangestellter auf dem Weg zur großen Karriere, eine Literaturübersetzerin, die aus der Vergangenheit aufs Land flieht und ein Bestseller-Autor mit Schreibblockade und Angst vor dem Altern – skurril, spannend, ein Lesetipp!

"ERBARMEN" von Jussi Adler Olsen. Tipp von Bürgermeister Mario Dürr:
Der Däne Jussi Adler Olsen hat mit "Erbarmen" einen neuen Skandinavien-Thriller heraus gebracht.
Ein Kommissar, der bei einem Einsatz schwer verletzt wird und zwei Kollegen verliert, wird in ein neu gegründetes Sonderdezernat abgeschoben. Hier soll er, alte, bisher nicht gelöste Fälle bearbeiten. So beginnt der Krimi "Erbarmen" und Carl Mørk startet in sein Ermittlerleben.
Gleich der erste Fall, den er zusammen mit seinem syrischen Assistenten klären soll, ist natürlich spektakulär. Eine junge, aufstrebende Politikerin ist spurlos verschwunden.
Und wie es sich für einen klassischen Krimi aus Skandinavien gehört, ist die Geschichte sehr düster und der Kommissar und sein Assistent fallen aus dem normalen Rahmen. Außerdem sind ihre Ermittlungsmethoden natürlich auch nicht immer üblich. Also, alles vorhanden, was ein echter Fan braucht.
Gott sei Dank, gibt es in der Realität in Skandinavien nicht nur Psychopaten und seltsame Polizisten. Wer allerdings unsere nördlichen Nachbarn nur über diese Krimis kennen würde, dem müsste Schweden, Dänemark und Norwegen schon reichlich seltsam vorkommen.
Wer also Larrson, Nesbø und andere mag, dem wird Olsen auch gefallen. (MD)

"GOODBYE LEMON" von Adam Davies
Eine Familiengeschichte zwischen Tragik und Komik. Jack kehrt nach vielen Jahren wieder in sein Elternhaus zurück. Dort warten sein alkoholkranker Bruder und seine Eltern auf ihn, nachdem sein Vater einen schweren Schlaganfall erlitten hat. Jack leidet unter einem alten Familiengeheimnis, das der Vater mit ins Grab zu nehmen droht. Erst als diese Unwissenheit auch Jacks Liebesbeziehung in Mitleidenschaft zieht, findet er die Kraft zu handeln. „Einfühlsam und pointiert dargestellt“ (Spiegel online) und eindeutig eine Lektüre wert!

"DEUTSCHLAND SCHAFFT SICH AB" von Thilo Sarrazin. Tipp von Bürgermeister Mario Dürr:
Die neueste Erwerbung unserer Bücherei ist eines der zur Zeit umstrittensten Bücher in der Bundesrepublik: "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin.
Es wurde schon jede Menge über das Buch geschrieben, aber wie bei so vielen Dingen, über die heftig gestritten wird, ist es eben auch bei "Deutschland schafft sich ab".
Beim zweiten Blick wird vieles deutlich unaufgeregter.
Sarrazin führt zu Beginn seines Buches eine interessante Analyse zum Zusammenhang zwischen Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaftskraft und der Zuwanderung durch. Dieser Teil ist kaum umstritten und auch seine Schlussfolgerungen sind großenteils nachvollziehbar.
Es wird einmal mehr deutlich, daß es ohne Zuwanderung kaum gehen wird. Diese muss aber aktiv gesteuert und positiv belegt werden, um die Bundesrepublik für junge und gutausgebildete Zuwanderer interessant zu machen.
Seine Theorien zu den bestehenden Zuwanderemilieus und deren Bildungsferne sind teilweise nachvollziehbar, allerdings teilweise auch sehr pauschaliert und erfolgreiche Integration findet bei Sarrazin gar nicht statt, obwohl es diese ebenfalls häufig gibt.
Was sich Herr Sarrazin wirklich hätte sparen können, sind seine Theorien zur Vererbungslehre. Ich denke, er hat damit der Diskussion, zumindest bei der Steuerung der Zuwanderung, mehr geschadet als geholfen.
Zum Schluss seines Buches stellt der Autor noch zwei mögliche Entwicklungsszenarien unseres Landes bis 2040 vor. Vorallem sein positiv Szenario enthält einige interessante Vorschläge. Allerdings und das ist wieder typisch Sarrazin, stellt er voran, daß sich diese Vorschläge nur nach einem großen Anschlag mit islamistischen Hintergrund politisch durchsetzen läßt.
Nichts desto trotz ein Buch das man lesen sollte und das sicherlich dazu beiträgt, auch die Schattenseiten der Zuwanderung in unserem Land wahr zu nehmen. Denn diese Schattenseiten gibt es und sie wurden von einigen bisher wohl bewußt ausgeblendet. (MD)

Lesetipp unseres Bürgermeisters: "NICHTS" von Janne Teller
Wer bei "Nichts" von Janne Teller ein einfaches Jugendbuch erwartet und bei der Unterzeile "Was im Leben wichtig ist" auch noch glaubt, leichte 140 Seiten vor sich zu haben, der wird schon auf den ersten beiden Seiten überrascht.
Denn "nichts bedeutet irgendwas, das weiß ich seit Langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgend etwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden". So sitzt der Schüler Pierre Anthon im Pflaumenbaum der Erkenntnis und stürzt seine Mitschüler in die Suche nach dem Sinn des Lebens.
Die Mitschüler errichten daraufhin den Berg aus Bedeutung und dieses Vorhaben nimmt Formen an, die einen erschaudern lassen.
Bei Jugendbüchern gibt es ja manchmal den Hinweis, daß sie auch gut von Erwachsenen gelesen werden können. Bei "Nichts", stellt sich die Frage an einigen Stellen eher umgekehrt. (MD)

"AM ANFANG WAR DIE NACHT MUSIK" von Alissa Walser
Alissa Walser, die Tochter von Martin Walser, beschreibt in ihrem zweiten Roman, "Am Anfang war die Nacht Musik", den Arzt Franz Anton Mesmer, der im Jahr 1777 versucht, das blinde musikalische Wunderkind Maria Theresia Paradis zu heilen.
Dabei läßt Alissa Walser eine Zeit auferleben, in der Musik eine enorm wichtige gesellschaftliche Rolle spielt und mit viel Phantsie und Begeisterung wichtige musikalische Entwicklungen entstehen. Gleichzeitig versuchen Mediziner, mit aus unserer heutigen Sicht halbwissenschaftlichen Erkenntnissen, aber genau so viel Phantasie, neue Heilmethoden zu entwickeln.
Was Franz Anton Mesmer selbst, im Roman zu der Formulierung gegenüber seiner Patientin führt, "Sie solle froh sein, daß sie die ärztliche Behandlung überlebt hat. Heutzutage müsse ein Kranker vor allem den Arztbesuch überstehen." In der vollen Überzeugung, daß seiner "magnetische Methode" die Anerkennung der akademischen Gesellschaft natürlich zusteht.
Nachdem ihm in Wien der Durchbruch mit seiner "magnetische Methode" nicht gelingt, übersiedelt er nach Paris und gründet dort eine Schule.
(Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr).

"AN EINEM TAG WIE DIESEM" von Peter Stamm
Der Protagonist dieses kurzweiligen Romans fühlt sich wie festgefahren in seinem Leben als Deutschlehrer in Paris. Eines Tages beschließt er von heute auf morgen, aus dieser Situation auszubrechen, verkauft seine Wohnung und macht sich auf den Weg. Er fragt sich, was er bisher erlebt hat, wohin sein Leben führen wird. Der Weg in seine Heimat, die Begegnungen mit Menschen, die ihm früher etwas bedeuteten, werden zu einer Suche nach sich selbst.

"LIMIT" von Frank Schätzing
In seinem zweiten Bestsellerroman "Limit", beschäftigt sich Frank Schätzing mit der Frage, wie das Energieproblem der Menschheit gelöst werden kann.
Auf dem Mond befinden sich im Jahr 2025, die Vereinigten Staaten und China im Wettlauf um den Abbau von Helium-3. Die Raumfahrt der westlichen Welt ist weitesgehend in privater Hand und das auf dem Mond gewonnene Helium-3 wird auf der Erde in Fusionsreaktoren zur Energiegewinnung genutzt.
Die Helium-3 Gewinnung und die Fusionsreaktoren werden von Orley Enterprises mit ihrem exzentrischen Konzernchef Julian Orley beherrscht.
Um diesen Kern der Geschichte, spinnt Frank Schätzing die Geschichte einer Gruppe von Weltraumtouristen und der Jagd nach der chinesischen Dissidentin "Yoyo".
Ein mit 1304 Seiten recht umfangreicher Schmöker, der sich aber gut lesen läßt.
(Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)

"DER SPORTREPORTER" von Richard Ford

"Der Sportreporter" ist der erste Teil von Richard Fords Romantriologie über den Sportreporter Frank Bascombe. Entlang dieser Lebensgeschichte eröffnet Richard Ford tiefe Einblicke in die US-amerikanische Gesellschaft.
Frank Bascombe lebt in Haddam, einem kleinen, typischen Mittelschichtstädtchen in New Jersey. Er lebt ein mittelmäßiges Leben und die Frage eines Freundes, "ob er nicht das Gefühl hätte, auf der Höhe des Lebens zu sein und es im Grunde nicht voll auszushöpfen, bis hinunter in die Tiefe", beantwortet er mit einem einfachen Nein.
Das typische amerikanische Mittelschichtsleben mit Scheidung, neuer Freundin und dann doch der Suche nach einem Sinn des Ganzen. Ein nachdenklicher Roman über Sinn und Sein des Lebens.
(Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)

"BIS ANS ENDE DER MEERE" von Lukas Hartmann
Ein Roman, der alles verbindet: Abenteuer, Historie, Menschliches… Der Roman begleitet den Maler John Webber auf seiner Reise mit dem Entdecker James Cook. Dessen dritte Weltumsegelung bringt neben exotischen Ländern auch allerlei Strapazen mit sich. Mit Zeitsprüngen und verschiedenen Perspektiven gelingt es dem Autor, sowohl die Gefühlswelt Webbers in der neuen Lebenssituation als auch die historischen Hintergründe spannend zu vermitteln. Eine Empfehlung!
Wer sich für Romane mit Sachhintergrund interessiert, dem seien auch folgende Lebensberichte und biographische Romane empfohlen: Waris Dirie: Wüstenblume (derzeit im Kino), Gerald Messadie: Ein Mensch namens Jesus, Tomas Eloy Martinez: Santa Evita, Wassili Peskow: Die Vergessenen der Taiga. Mehr davon in der Bücherei!

"ANGSTBLÜTE“ von Martin Walser
Martin Walser beschreibt, in seiner typischen Art schön formulierter Schachtelsätze, das Leben des Karl von Kahn.
Ein Anlageberater Ende 60, der das Geldvermehren nicht nur als Beruf, sondern auch als Ber
fung betrachtet. In einem scheinbar wohlgeordneten Leben treten aber zwei Faktoren auf, die Alles in Frage stellen. Alter und Tod.
In voluminöse Sprachbildern beschreibt Martin Walser die sich verändernde Lebenswelt des Karl von Kahn. Eine späte Liebe zu einer jungen Frau, die Trennung von seiner bisherigen Frau, der Tod seines Bruders, der ein völlig anderes Leben geführt hat und die immer wieder kehrende Sinnfrage. Läßt sich das Lebensmotto, „bergauf Gas geben“ durchhalten, oder gibt es auch noch etwas anderes?
Wer Walser mag, für den ist "Angstblüte" sicher Pflichtlektüre.
(Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)

"DIE MACHTFRAGE - ANSICHTEN EINES NICHTWÄHLERS" von Gabor Steingart
Gabor Steingart, der Leiter des SPIEGEL Büros in Washington, beschreibt das seiner Ansicht nach herrschende Demokratiedefizit in der Bundesrepublik und das damit verbundene Dilemma der sinkenden Wahlbeteiligung.
Er formuliert es so: "Unsere Demokratie sehe ich nicht durch innere oder äußere Feinde bedroht, sondern durch die Erschlaffung der Parteien. Manchmal frage ich mich: Lebt ihr eigentlich noch? Und wenn ja, in welcher Welt?"
Steingart hält Barack Obama für einen Weg zu mehr Politik mit Volk und mehr Demokratie mit Leidenschaft. Ähnlich wie dies Willy Brandt mit dem Motto, "Mehr Demokratie wagen," Anfang der 70er Jahre in der Bundesrepublik getan hat, bei einer Wahlbeteiligung von 90%.
Der Autor beschäftigt sich ausführlich mit Angela Merkel und deren Verwandlung von einer Reformpolitikerin, zur verschleierten Kanzlerin, wie er es formuliert.
Einer Kanzlerin, die für kein klares Programm mehr steht und mit ihrer Indifferenz quasi zur Selbstauflösung der Union beiträgt.
Aber auch die SPD kommt bei Gabor Steingart schlecht weg. Der vielleicht markanteste Satz lautet: "Die SPD weiß nicht, was sie will. Sie ist zwar 145 Jahre alt, aber sie weiß vor allem, was sie nicht will." Oder „Die SPD scheint am glücklichsten, wenn sie nicht regieren muss“.
Die großen Volksparteien scheinen erschöpft zu sein und flüchten sich in den Nichtangriffspakt der Großen Koalition.
Die Wählerschaft reagiert aber und sucht nach einem Ventil für Problemlösungen und findet es in neuen Parteien. Die Grünen für die Umweltproblematik, die Linke für die Globalisierung und die freien Wählervereinigungen als ein Weg in die Bürgergesellschaft.
Der Autor bemängelt immer wieder die Erstarrung der Parteien und verlangt nach mehr direkter Demokratie und preißt das Modell der USA. Vielleicht sollte sich Herr Steingart einmal die Wahlbeteiligung in den USA ansehen, um zu erkennen, daß sich da unsere Wahlbeteiligung auf allen politischen Ebenen deutlich positiv abhebt.
Aber wahrscheinlich kann man aus einem gläsernen Büro in Berlin und Washington z.B. auch die kommunale Ebene in Deutschland einfach nicht sehen, auf der direkte Demokratie möglich ist und auch praktiziert wird.
Im Schlusskapitel vertritt der Autor die These, daß nur die Wahlverweigerung zur Erneuerung der Demokratie beitragen kann und trägt dann 6. Thesen vor, wie diese Erneuerung aussehen könnte.
Ein interessantes Buch, auch wenn man den Ansichten des Autors nicht beipflichtet. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
Übrigens: Auch Steingarts Buch „Deutschland – Abstieg eines Superstars“ ist bei uns im Bestand.

"SCHÖNE VERHÄLTNISSE" von Edward St Aubyn
Eiskalt und mit erschreckendem Sarkasmus erzählt der Autor vom Leben und Treiben einer trügerischen Idylle, die Familie heißt. Pointiert beobachtet, sodass es dem Leser kalt über den Rücken läuft. Umso erschreckender, wenn man weiß, dass Aubyn, selbst aus dem Hochadel, in einem Interview offenbarte, von seinem Vater misshandelt und missbraucht worden zu sein. Sein präziser Sprachstil hat ihn eine Nominierung für den Booker Price gebracht. Das Buch spielt in den sechziger Jahren und ist der erste Teil der Geschichte des Patrick Melrose, eines Kindes aus einer maximal dysfunktionalen britischen Aristokratenfamilie. Und es ist mehr oder weniger genau die Geschichte von Edward St Aubyn selbst samt seinem gesellschaftlichen Umfeld, der Upperclass. Sagen wir, der erste Teil einer dreiteiligen Geschichte, die mit bitterbösem Sarkasmus fesselt, obwohl man fast ein schlechtes Gewissen dabei hat…


DER PREIS DER FREIHEIT“ von Anna Quindlen
Die Autorin, amerikanische Journalistin, ist vor allem in den USA durchaus keine Unbekannte. Sie darf sich mit dem renommierten Pulitzerpreis rühmen, schreibt für das breite Publikum. Mit diesem Roman ist ihr ein fesselndes Buch gelungen, das unterhaltsam sowie spannend ist, jedoch nicht trivial erscheint. Es ist die Geschichte zweier unterschiedlicher Schwestern, von denen die eine -TV-Berühmtheit- durch einen Fauxpas von den Medien plötzlich geächtet wird. Sie nimmt Reißaus und ihre Schwester begibt sich auf die Suche nach ihr. Diese wird auch eine Suche nach Ursachen und wird ebenso zur Lebensanalyse. Der Roman gibt einen (Insider-)Blick frei auf die oberflächliche Welt der Unterhaltungsmedien im (teilweise)bigotten Land der unbegrenzten Möglichkeiten… Erzählt auch von unterschiedlichen Lebensmodellen, die schlagartig überdacht werden müssen. Empfehlenswert . Dürfen auch gerne Männer lesen, obwohl Buchcover und Titel (Btv-Verlag) deutlich die Frauen als Zielgruppe ansprechen dürften…

"DIE UNGLAUBLICHE REISE DES SMITHY IDIE" von Ron Mc Larty
Melancholisch anmutende Selbstfindungsreise eines Mannes, der von heute auf morgen fast alles verliert. Vom Alkohol und der Fresssucht beherrscht, möchte er seine verschollen gewesene Schwester ein letztes Mal sehen und setzt sich aufs Fahrrad. Langsam von Kilometer zu Kilometer beginnt sich seine Sicht auf das Leben zu verändern und es wird eine Reise zu ihm selbst. Spannend und überraschend sind seine Begegnungen in dieser Zeit. Ein Buch, das berührt ohne kitschig zu werden.

"UND TIEF IN DER SEELE DAS FERNE" von Katharina Elliger
Als Mädchen von 14 Jahren hat Katharina Elliger die Vertreibung aus ihrer schlesischen Heimat miterlebt. Jahrzehnte später erzählt sie ihre Geschichte - aus erster Hand, eine Geschichte, die jüngeren Generationen erschütternd und unglaublich erscheint. Lebhaft schildert sie ihre Kindheit, das Leben ihrer sechsköpfigen Familie und die Veränderungen in ihrer "kleinen Welt", die der Ausbruch des Krieges mit sich bringt. Flucht, Besatzung, Vertreibung und zum Schluß eine Reise als ältere Frau zurück in die verlorene Heimat. Ein dramatisches Schicksal, das auch und gerade für jüngere Menschen lesenswert ist.

"EIN LIEBENDER MANN" von Martin Walser
Seine letzte Liebe - der verwitwete 73jährige Geheimrat Goethe verliebt sich im Jahr 1823 während der Sommerfrische in Marienbad in die 19jährige Ulrike von Levetzow.
Trotz des großen Altersunterschiedes, der dem damals schon berühmten Goethe immer wieder Sorgen bereitet, sagt er sich: “Meine Liebe weiß nicht, dass ich über siebzig bin. Ich weiß es auch nicht.“
Ulrike und Goethe verstehen einander, sie harmonieren, sie erleben, „dass sie unablenkbar einander erreicht haben“.
Goethes ganzes Handeln und Tun ist seit der Begegnung mit Ulrike in diesem Sommer nur von seiner Liebe zu Ihr bestimmt: So s
gt er: „Jeder Mensch ist einzigartig, aber nur für einen einzigen Menschen. Und der bist Du für mich.“
Beim Tanz
ee flirtet während einer kurzen Abwesenheit Goethes ein Jüngerer mit Ulrike und stellt fest „Il y a quelque chose dans lŽair entre nous“. Diese Begebenheit stürzt Goethe in einen tiefen Seelenunfrieden:
“Es gibt das Paradies: Zwei für einander. Es gibt die Hölle. Einer fehlt“
Nach der Abreise von Ulrike ist er so verzweifelt, dass er nur beim Schreiben Ruhe finden kann: Es entstehen die Marienbader Elegien.
Walser beschreibt ausdruckstark die Stimmungen, Empfindungen und Gedanken Goethes, die sich alle um Ulrike drehen in all ihren Facetten: von zärtlich über himmelhochjauchzend bis tief erschüttert und verzweifelt.
Ein alltägliches Liebesdrama auf literarisch hohem Niveau.
Rezensentin: Cynthia Schönau

"BEINHART" von Carsten Janz
Schon beim Lesen des Untertitels "In 3300 Tagen mit dem Fahrrad um die Welt" glaubt der Betrachter an einen Irrtum - Moment, wie viel Tage?! Die fast unglaubliche Geschichte des Mannes, der mit Ende 30 das Wagnis startete, seine Heimat Deutschland für fast 10 Jahre hinter sich zu lassen, um in abenteuerlichen und teilweise gefährlichen Routen unseren Planeten zu erradeln. Er berichtet ohne Effekthascherei spannend und hautnah von fremden Kulturen, Begegnungen mit Fremden, von Freuden und Enttäuschungen. Denn neben der körperlichen war vor allem die geistige Fitness von Nöten, um all das durchzuhalten.
Das Ergebnis sind exemplarische Beschreibungen mehrerer Reiseabschnitte auf fast 300 Seiten, die "geistige Globetrotter" verschlingen werden.

"NIE MEHR SCHLAFEN" von Willem Frederik Hermans
Alfred Isendorf, niederländischer Geologe, möchte berühmt werden und schließt sich einer Expedition an. Bei dieser stößt er an seinen Grenzen. Es geht um menschliche Eitelkeiten und Selbstüberschätzung. Ein anfangs ruhiger Roman, der auch durch seien Sprache besticht und Spannung aufbaut. Der bereits verstorbene Autor war selbst promovierter Geograph lehnte übrigens die meisten, der ihm angebotenen Literaturpreise einfach ab…. Ungewöhnlicher Roman!

"WIR KÖNNEN ALLES" von Josef-Otto Freudenreich
Schon mit der Titelunterschrift "Filz, Korruption & Kumpanei im Musterländle " macht der Herausgeber und Mitautor Josef-Otto Freudenreich deutlich, dass in unserem Ländle das Motto, "Wir können alles", nicht nur positive Seiten hat.
Zusammen mit Meinrad Heck, Wolfgang Messner und Rainer Nübel, werden einige Affären und Personen der neueren Geschichte unseres Landes "bearbeitet".
Der Ritt durch die Landesgeschichtchen geht von Oettingers Pizzabäcker über die Flowtexaffäre bis zu den Oberschwäbischen Landräten. Was wohl unter anderem dazu beigetragen hat, dass in Oberschwaben das Buch auf dem inoffiziellen Index steht. Die Autoren, die alle bei großen Tageszeitungen arbeiten, oder gearbeitet haben, bringen ihre Erfahrungen in den verschiedenen Geschichten des Buches ein.
Wer etwas über das Beziehungsgeflecht im "Ländle" erfahren will, der wird in diesem Buch einige interessante Dinge finden.
(Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)

"EDDIES BASTARD" von William Kowalski
Ein Buch, bei dem es einem leid tut, dass es enden muss...Der Protagonist Billy wurde als Baby beim des Lebens überdrüssigen Großvater im Körbchen vor die Haustür gelegt. Er wächst beim alkoholabhängigen Misanthropen auf. Doch für den alten Mann gibt es nun einen neuen Sinn und der charakterstarke Billy bereichert sein eintöniges Leben. Billy erfährt, dass es ein Familiengeheimnis gibt und im Laufe der Zeit macht er sich sein eigenes Bild.... Ein außergewöhnlicher Erstlingsroman, der in den USA zum Bestseller wurde. Unbedingt lesen! !

"NACH HAUSE SCHWIMMEN" von Rolf Lappert
Der über 500 Seiten dicke Roman von Rolf Lappert entführt den Leser nach Irland und in die USA. In zwei zeitversetzten Erzählsträngen erlebt der Leser die Welt des nur 1,50 m großen Wilbur, dessen Mutter bei seiner Geburt verstorben ist und dessen Vater sich aus dem Staub gemacht hat. Mit seiner Geschichte als Halbwaise und den in der Ich-Perspektive erzählten Erlebnissen fast 20 Jahre später verwebt der Autor geschickt die beiden Zeitebenen. Zwischen den stets präsenten Themen Familie, Schule, Einsamkeit und einigen, teils auch skurrilen Personen und Erlebnissen leidet und fiebert der Leser mit Wilbur mit. Ein sehr empfehlenswertes Buch!

"DER GOLDENE KOMPASS" von Philipp Pullman
"Der goldene Kompass" ist das erste Buch der fantastischen Trilogie von Philipp Pullman.
In der Geschichte werden wir in eine andere Welt entführt, die der unseren sehr ähnlich ist. Der größte Unterschied allerdings ist: die Menschen werden von Dämonen begleitet. Dämonen sind wie ein Teil ihrer Seele.
Pullman erzählt nun die fantastische Geschichte der kleinen Lyra und ihrem Dämon Pantalaimon. Nachdem viele Kinder auf unerklärliche Weise verschwinden und Lyra selbst auf eine bestimmte Weise hineingezogen wird, macht sie sich auf den Weg in den Norden um der Sache auf den Grund zu gehen.
Erst letztes Jahr konnte man Lyras fantastisches Abenteuer auch im Kino erleben. Doch ich für meinen Teil muss sagen, dass das Buch sehr viel spannender ist und einfach nur empfehlenswert. Die beiden anderen Teile der Trilogie heißen “Das Magische Messer” und “Das Bernsteinteleskop”.

"HÖHENRAUSCH" von Jürgen Leinemann
In seinem Buch "Höhenrausch" beschreibt Jürgen Leinemann die Lebenswelt unserer Politiker. Als langjähriger SPIEGEL-Journalist hat er eine Menge Er
ahrung mit Politikern und ihrem Umfeld.
Dieses Umfeld und die persönliche Entwicklung verschiedener Politiker versucht Jürgen Leinemann zu beschreiben. Dabei skizziert er verschiedene Politikergenerationen, die durch einschneidende Ereignisse in ihrem Leben geprägt wurden, wie z.B. Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß durch den II. Weltkrieg und deren sich daraus ergebende Verhaltensmuster.
Was aber macht Menschen zu Politikern, warum begeben sie sich in dieses Umfeld und welche Veränderungen bringt der Politikbetrieb mit sich? Diese Frage treibt den Autor um. Welchen Grund gibt es also, um ausgerechnet bei den Politikern so genau hin zu sehen. Diesen Grund liefert Leinemann gleich zu Beginn des Buches: „Weil sie öffentliche Ämter haben und öffentliche Funktionen ausüben, weil sie mitentscheiden wie wir leben, besondere Aufmerksamkeit verdienen, nicht weil sie so bedeutsame Menschen wären".
Aber unterscheiden sich Volk und Politiker tatsächlich? Oder ist es nicht so, dass in Wahrheit Volk und Politiker sehr ähnlich sind? Oder verdienen wir nicht die Politiker, die wir haben?
Ganz zu Beginn seines Buches zitiert Leinemann Erhard Eppler mit einem Satz, der die Problematik eines Politikerlebens sehr deutlich beschreibt. Eppler, der als Politiker aus dem Ländle, mit protestantischem Hintergrund und reichlich Erfahrung in der Friedensbewegung, nun wirklich nicht als klassischer Politiker gilt, sagt: " Vielleicht ist Politik an der Grenze dessen angesiedelt, was Menschen leisten können, ohne, um es biblisch zu sagen, Schaden zu nehmen an ihrer Seele."
Leinemann ist der Meinung, dass das Thema Politik und Macht, ein beträchtliches Suchtpotential in sich trägt. Dies zu erkennen und der gekonnte Umgang damit, macht wohl einen guten Politiker aus.
Für alle die, die einmal einen intimeren Blick hinter die Kulissen unseres täglichen Politikbetriebes werfen wollen, ein interessantes Buch.
(Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)

"DAS WOCHENENDE" von Bernhard Schlink
Vielen Lesern bekannt durch „der Vorleser“, 1995 erschienen und zu Recht vielfach preisgekrönt. Was jedoch nicht bedeutet, dass dieses Buch langweilig ist…In seinem neuen Romansetzt er sich wieder gekonnt und kammerspielartig mit der deutschen Geschichte auseinander, spannender als mancher Thriller, psychologisch gekonnt arrangiert. Fans des Diogenes Verlags (der einer meiner persönlichen Lieblingsverlage ist) kennen die unspektakulären Cover der meist nicht viel mehr als 200 Seiten dicken Bände. Diese Mal ziert ein Max Liebermann Gemälde auf dem ein Landhaus abgebildet ist, den Umschlag. Passt…Lesenswert, wie die letzten „Schlinks“!

"SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE" von Jean-Dominique Bauby
Zurzeit in aller Munde. Denn das Buch wurde verfilmt. Neu ist das Buch nicht, damals war es – ebenso wie jetzt der Film - eine Sensation. Denn es wurde allein mit Hilfe des Augenlidschlags diktiert. Von einem (ehemaligen) Journalisten, der von heute auf morgen auf Grund eines Schlaganfalls in seinem Körper gefangen ist: Lis (Locked –in- Syndrom). Seine Gedanken und Empfindungen bewegten die Menschen; so weiß man auch heute noch nicht sicher was Menschen im Wachkoma miterleben können. 1997 verstarb Bauby. Er hinterließ ein Buch, das bleibt.

"GEO"
Wußten Sie eigentlich, dass Sie bei uns die Monatszeitschrift „GEO“ entleihen können? Darin finden Sie gut recherchierte und verständliche Artikel über die unterschiedlichsten Themen und Bereiche. Im Heft März 2008 findet sich beispielsweise ein Artikel über die „Erfindung“ des Irak, wie kam dieser Staat zustande, welche Volks- und Stammesgruppen wurden zwangsweise integriert, welche religiösen Gruppierungen standen sich schon in früheren Zeiten gegenüber, wie wirkt sich das bis heute aus und verursacht immer wieder Konflikte… Lesen Sie einfach mal rein, es lohnt sich!

"TÖDLICHE KEHRWOCHE" von Gudrun Weitbrecht
In diesem Buch hat die Herausgeberin 14 Kurzkrimis aus Baden-Württemberg zusammengestellt. Die Palette reicht vom "Esslinger Maultaschenkrieg", bis zu den "Heilbronner Spitzbuben". Ironisch und makaber, verschmitzt und verschroben, kommen die Kurzgeschichten daher. Und wer endlich einmal erfahren will, ob man eine Giftmörderin daran erkennen kann, wie der Kartoffelsalat gerädelt ist und ob ein Rostbraten eine gute Henkersmahlzeit abgibt, der sollte die "Tödliche Kehrwoche" lesen. Das Buch mit seinen 14 Kurzkrimis ist sicherlich gut als Lektüre für den Pfingsturlaub geeignet und man entdeckt beim Lesen, dass das Schwabenland neben schönen Landschaften und Charakterköpfen, auch küchentechnisch einiges zu bieten hat.

"TREFFEN SICH ZWEI" von Iris Hanika
An was erinnert dieser Buchtitel? An traditionelle Witzanfänge. Witzig ist dieser Roman über die Begegnung zweier nicht-gleichgeschlechtlicher Wesen zwischendurch schon... Doch handelt es sich nicht um einen heiteren Frauenroman mit Handlungsschwerpunkt "Thema Liebe" sondern viel mehr um eine ungewöhnliche Erzählung, die durch ihre kunstvolle, kreative Sprache besticht. Handlung? Zwei treffen sich eben. Die bildhafte Beschreibung der ersten Minuten fesselt. Diese Fragen machen neugierig... So unterschiedlich wie Mann und Frau bisweilen sind, so unterschiedlich wird auch aus der jeweiligen Erzählperspektive berichtet. Er, Systemberater, Sie, die Intellektuelle, die in einer Galerie ein anspruchsloses Dasein fristet. Und doch ist da was zwischen diesen beiden unterschiedlichen Charakteren... Doch lesen Sie selbst, was passiert, wenn sich zwei treffen..."Spannung der unspektakulären Art", durchaus empfehlenswert!

"DIEB IM HAUS DER ERINNERUNG" von Tim Wynne-Jones
Dec ist sechzehn und lebt bei seinem Vater und der Stiefmutter. Nachdem vor Jahren die Mutter die Familie verlassen hatte, zogen sie in ein neu gebautes Haus nebenan. Eines Tages entdeckt Dec im alten Haus, dem Haus der Erinnerung, einen Toten. Was hat er dort gesucht? Hatte er vielleicht was mit seiner Mutter zu tun? Dec macht sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit. Ein spannendes Buch für junge Erwachsene und gleichzeitig ein interessanter Entwicklungsroman, der auch für Erwachsene sehr lesenswert ist.
Krimi- oder Afrikaromane.
"DAS ENDE IST MEIN ANFANG" von Tiziano Terzani
Unser Bürgermeister ist ein reger Nutzer der Ortsbücherei. Auch in dieser Woche stellt er Ihnen ein interessantes Werk vor: Vater und Sohn in einem langen Gespräch über das Leben und den Tod. So entstand das Buch von Tiziano Terzani und seinem Sohn Folco "Das Ende ist mein Anfang".
In den Gesprächen wird das Leben von Tiziano Terzani nocheinmal lebendig. Kindheit und Jugend in Italien. Das Studium und der erste Auslandsaufenthalt in den USA, in den politisch bewegten Zeiten Ende der 60iger Jahre. Dann Anfang der 70iger Jahre, die Verpflichtung beim SPIEGEL, als Auslandskorrespondent in Asien.
" Auf der Suche nach Wahrheit durch die Welt zu reisen - das ist Journalismus." So beschreibt Tiziano Terzani seinem Sohn Folco seinen Beruf und seinem Berufung und die Abkehr davon. Denn seiner Ansicht nach, "liegt die Wahrheit nach der ich suchte, nicht in den Fakten, sondern dahinter."
Lange Diskussionen über die politischen Verhältnisse und die Veränderungen die Terzani in den verschiedenen Ländern Asiens erlebt hat, führen ihn über Indien in den Himalaja zu einem alten Eremiten und seiner Erkenntnis, "sein eigenes Leben zu leben. Ein wahres Leben, ein Leben, das dir gehört. Ein Leben, in dem du dich erkennst."
Weil wahre Veränderung nur in jedem Einzelnen geschehen kann.
Tiziano Terzani verlässt die Welt in vertrauter Umgebung, im Schosse der Familie, offensichtlich glücklich.
Das Buch hat mit dem Thema Tod und Sinn des Lebens, offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen. Denn es hält sich seit Monaten auf der Bestsellerliste des SPIEGEL und wa
auch in Italien eines der bestverkauften Bücher in diesem Jahr.
(Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)

"MIESES KARMA" von David Safier
Wiedergeburt gefällig? Die erfolgreiche Moderatorin, Karrierefrau und Mutter wird von den Trümmern einer russischen Raumstation erschlagen, und muss nach ihrem Tod herausfinden, dass sie in ihrem Leben viel zu viel mieses Karma gesammelt hat. Die Folge: eine Wiedergeburt als Ameise. Ein hartes Leben, zumal sie von ihrem neuen Erdhügelzuhause das Leben ihrer Familie weiterbeobachten kann. Was macht diese neue Frau bei ihrem Mann?! Wie geht es ihrer kleinen Tochter?
Für Kim gibt es nur eine Möglichkeit: Gutes Karma muss her, damit es in der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!
Wie Kim ihr "neues" Leben weiterlebt, was aus ihrer Familie wird, wie ein Dasein als Ameise so ist und was der gute alte Casanova damit zu tun hat, erfahren Sie in diesem durchgängig unterhaltsam und trotz ernster Zwischentöne lustig geschriebenen Debütroman von David Safier, der bisher mit Drehbüchern zu bekannten Fernsehhits von sich reden machte.

"EINE UNBEQUEME WAHRHEIT" von Al Gore
Der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten Al Gore beschäftigt sich in seinem Buch mit der drohenden Klimakatastrophe und den Möglichkeite diese abzuwenden. Im Vorwort macht Al Gore deutlich, dass er den Klimawandel für die aktuell größte Herausforderung in der Politik hält und kritisiert das Verhalten von George W. Bush, gegen den er ja die Präsidentschaftswahlen vom Jahr 2000 verloren hat. In typisch amerikanischem Stil arbeitet Gore den Klimawandel populärwissenschaftlich auf, um die von ihm so genannte Klimakrise gleich zur größten Chance für alle diejenigen zu machen, die die Menschheit voran bringen wollen und die in klimafreundliche Ideen investieren. Das Buch ist reich bebildert und ist die Grundlage für Al Gores Vortrag mit dem er im Moment weltweit Aufsehen erregt.
(Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)

"UNCOOL - oder die Kunst erwachsen zu werden" von Dan Zevin
Die amerikanische Antwort auf "Generation Golf". In unterhaltsamen Episoden beschreibt Zevin charakteristische Begebenheiten die einem Menschen zwischen "twenty-something" und "Ü30" zeigen, ja, jetzt ist es soweit, ich bin uncool geworden. Dazu zählen beispielsweise Gartenbesitzer oder Hundehalter zu sein, sich mit Stressmanagement beschäftigt zu haben, eine Putzfrau anzustellen usw. Immer locker geschrieben und (meistens) wahr!

"DIE CHEMIE DES TODES" von Simon Beckett
Eine Frauenleiche ausstaffiert mit Schwanenflügeln wird im beschaulichen englischen Ort Devonshire aufgefunden. Es stelt sich heraus, dass sie misshandelt wurde. Tage später wird die nächste Frauenleiche gefunden und David Hunter, ehemaliger Rechtsmediziner, der sich in Devonshire zurückgezogen hat unterstützt die örtliche Polizei.

"DER FAHRPLAN IST DIE SPEISEKARTE" von Paul Cullen
Das Buch stammt aus der Reihe "Reisen Menschen Abenteuer", aus der die Bücherei mehrere im Bestand hat. Paul Cullen beschreibt in diesem Buch die abenteuerliche Reise seiner fünfköpfigen Familie von Australien in seine Heimat Irland. Statt einfach das Flugzeug zu nehmen, brechen Eltern und drei Töchter in Hongkong mit dem Zug auf gen Westen. Ihre mehrwöchige Tour führt sie durch China, Kasachstan, Usbekisten, Russland und Europa. Auf humorvolle Weise beschreibt der gelernte Koch auch die kulinarischen Eigenheiten jeder Station. Auch ein Frühstück auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof wird hierbei erwähnt! Ein tolles Buch, natürlich ideal für lange Zugfahrten, unterhaltsam zu lesen und natürlich fernweh-förderlich!

"DER KLEINE MEDICUS" von Dietrich Grönemeyer
eine Mischung aus Sachbuch und Fantasy-Roman für jugendliche und auch erwachsene Leser, die sich für Medizin und den menschlichen Körper interessieren. Autor ist der bekannte Bruder vom Musiker Herbert Grönemeyer, der auch schon mit seinen Büchern "Mensch bleiben" und "Mein Rückenbuch" auf den Bestsellerlisten gelandet ist.
Ein Junge namens "Nanolino" kann eine phantastische Reise durch den Körper antreten, dabei erfährt er einiges über diesen.
Interessant auch für Jugendliche, die sich überlegen einen medizinischen Beruf zu ergreifen !

Buchtipp für jugendliche Leser:
"EULEN" von Carl Hiaasen
Roy wohnt noch nicht lange in Florida und fühlt sich auch nicht wohl dort. Dana, seinem unsympatischen Mitschüler fällt auch nichts anderes ein, als ihn zu triezen. Da sieht er eines Morgens einen barfüßigen Jungen unglaublich schnell -ohne Schulzeug- am Schulbus vorbeirennen. Neugierig versucht er herauszubekommen, was es mit dem Unbekannten auf sich hat. Ist er es, der den Bau eines Fastfood-Restaurants mit seltsamen Mitteln verhindern will ? Wenn Ja, aus welchen Gründen? Natürlich hat der Titel des Buches damit etwas zu tun...
Spannend schreibt Hiaasen diese Geschichte, jedoch nicht "actionmäßig", also in einem Erzähltempo, das dem Leser noch Zeit lässt. Roy ist ein Außenseiter, der sympatisch ist und dessen Stärken in seinem Charakter liegen. Wie wird er sein Problem mit Dana lösen? "Danas" kennen sicher viele, auch wenn er etwas überspitzt beschrieben wird.
Dennoch: Lesenswert!

"DIE NACHT DER VÖGEL" von Katherine Scholes
Kein spektakuläres "Action-Buch", sondern eine ruhige Geschichte, die Jugendlichen wie auch älteren gefällt. Beschrieben wird eine stürmische Nacht an der Küste. Stimmungsvoll schildert die Autorin den Kampf der Vögel gegen das Unwetter, das anfangs distanzierte Eingreifen von Annie und ihrem Großvater und Annies Neugier. Sie schleicht sich nachts in die Hütte, wo die Vögel Schutz gefunden haben und macht eine Entdeckung...
Ein toller Erzählstil, interessante Tierinfos und wunderbare Zeichnungen von Quint Buchholz machen das eher kurze Buch zu einem schönen Zeitvertreib.

"KONFLIKTE MACHEN STARK - Streitkultur im Kindergarten" von Mechthild Dörfler/Lothar Klein
"Streitet Euch nicht !" So hört man es immer wieder im Alltag, doch wird vergessen, daß Konflikte auch im Streit bewältigt werden können. Die beiden Autoren, Diplom-Pädagogen, richten sich mit ihrem Buch ebenso an interessierte Eltern wie auch an Fachleute. Es wird berechtigt vor zu früher Intervention oder voreiliger Interpretation beim kindlichen Konflikt gewarnt. Ein praxisnaher Ratgeber aus dem Herder-Verlagsprogramm: gut zu lesen !

"ICH BIN EIN RICHTIGER JUNGE! Vorlesegeschichten von Tobe-Schmusern und Kuschel-Kerlen" von Elisabeth Zöller u.a.
Viele Kinderbücher sind an die Lesegewohnheiten und Interessen von Mädchen gerichtet.Liegt es daran, weil -vorallem später - die Mädchen mehr lesen ? Oder lesen sie vielleicht sogar deshalb mehr, weil sie sich mit den Themenkreisen und Figuren der Bücher einfacher indentifizieren können ? Wir wissen es nicht definitiv, doch sind sicherlich Geschichten notwendig, in denen Jungen nicht nur die Handlungspersonen sind, sondern, die sich den spezifischen "Probleme" der kleinen Männer annehmen. Jungen sollen immer noch tapfer sein, aber sie dürfen auch zum Beispiel (ohne Scham) kuscheln. Spannende und einfühlsame Geschichten für Jungs findet man in diesem empfehlenswerten Vorlesebuch !

"ES WIRD ALLES ANDERS BLEIBEN" von Valerie Wilson Wesley
Ein kurzweiliger Roman um eine schwarze Frau in New Jersey. Die 40jährige Eva wird Hals über Kopf von ihrem Mann verlassen. Die Autorin beschreibt die Entwicklungen im Jahr nach diesem Ereignis - die Geschichte von Eva, aber auch ihres Mannes, von Familie und Freunden. Gefühle ohne Kitsch, sympathische Figuren und eine lebensnahe Handlung, ein tolles Buch.


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