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Tango international! Geistreich musikalisch-literarisches Kabarett am 15. Oktober 2006 in der Grundschule Neckarwestheim.

"Dass der Tango aus Argentinien stammt, glauben allenfalls Ignoranten. Dieser Tanz ist vielmehr Nationalgut der Finnen. Das hat die Stuttgarter Literatur-Kabarettistin Luise Wunderlich ihrem Publikum in der Aula der Neckarwestheimer Grundschule (fast) glaubhaft vermittelt.
"Yksi, kaksi, kolme, neljä" zählt der Finne, wenn er zu heißen Rhythmen die Beine regt. Die starken Synkopen des Zwei-Viertel- oder Vier-Achtel-Taktes hat der Nordmann schon mit der Muttermilch eingenuckelt. Und deshalb erzählt Luise Wunderlich den wunderhübschen kleinen Roman jenes finnischen Jungmannes, dessen Leidenschaft von Kindesbeinen an der Tangotanz ist, der aber auch Plato gelesen und bei dem ollen Griechen erfahren hat, dass der Mann erst mit 35 Jahren, die Frau hingegen schon mit 24 geschlechtsreif sei. Und diesen Philosophen noch auszustechen hat er sich zum Ziel gesetzt. Das bringt natürlich Schwierigkeiten: Wie mit Damen dem "dirty dancing" obliegen und ihnen doch nicht zu nahe kommen? Aber der Jüngling bleibt standhaft bis zuletzt, auch wenn eine gewisse Irja schon Hand an ihre eigene Bluse gelegt hat.
Mit reichem Mienenspiel, gehüllt in ein total unmodisches Pelzjäckchen und eine noch verbotenere Fellkappe erzählt Wunderlich stückchenweise diese ironische Geschichte von dem Männlein aus dem Land der tausend Seen. Immer wieder unterbricht sie die Story mit dem eigentlichen Thema: dem Tango. Begleitet von Juliane Kamp am Klavier, Harald Schneider an Saxofonen und Klarinette und Kurt Holzkämper am Bass singt sie Tango-Melodien aus zehn Ländern in acht Sprachen und rezitiert dazwischen kleine Poetereien, die sich auch um das Thema des Tangos drehen: Glutvolle Liebe und rasende Eifersucht. Manchmal sind sie aber auch reine Blödeleien, wie des Österreichers Ernst Jandl ("Nasal") oder des Franken Gerhard C. Krischker ("Übäirdisch")
Der Tango, ob nun aus Südamerika oder aus dem hohen Norden, ist inzwischen international geworden. Die Österreicher haben mit Georg Kreisler "Zwei alte Tanten tanzen Tango" hervorgebracht, die Deutschen den Kriminaltango, die Griechen den Tango über die Wolke, die Russen einen Frühlingstango und die Japaner den "Dango San Kyodai". Der freilich stellt sich für den Sprachwissenschaftler als "falscher Freund" dar: "Dango" nennen die Bewohner des Landes der aufgehenden Sonne ihre Klebreis-Bällchen.
So singt, spricht und blödelt die Stuttgarterin zwei Stunden lang und es kommt nicht einen Augenblick Langeweile auf. Das von der Gemeinde und der Ortsbücherei präsentierte poetisch-musikalische Programm hätte allerdings mehr Zuhörer verdient. Die Eltern der Drittklässler boten Pausensnacks und Getränke an. Der Erlös wird für den Schullandheim-Aufenthalt genutzt." (uhm)

Quelle: Heilbronner Stimme


2005 Tango-Kabarett

mit Luise Wunderlich & Band


2006 Kulturregion <

2008 Farmer Jason >

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