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2008 Theatersportliche Impro-Show


Heilbronner Stimme: "Die ganze Welt der Bühne in einer Nussschale: In knappen zwei Stunden sahen die Zuschauer in der Aula der Neckarwestheimer Grundschule - präsentiert von Neckarwestheimer Bücherei und der Kulturregion Heilbronn - ein Drama in Friedrich Schillers Manier, eine Barockoper, einen Westernfilm, waren Zeuge eines poetischen Gesprächs, schauten einem Kinderbuchautoren über die Schulter und wurden durch eine familiäre Diskussion im Innersten erschüttert: Drei Schauspieler, ein Musiker, ein Regisseur des Harlekin-Theaters Tübingen improvisierten nach Anweisungen des Publikums zu dessen übergroßem Gaudium Theater, Oper und Popmusik.
Da ist wirklich nichts abgesprochen, nichts eingeübt, versichert Stefan Töpelmann. Denn keiner der Darsteller wisse ja vorher, was die Zuhörerschaft von ihnen verlangen werde.
Der Schauspieler aus Dresden tritt auch gleich den Beweis an: Ein in der Pause aufgeschnapptes Zitat, dass die Neckarwestheimer stets klagten, in ihrem Flecken sei nichts los und dann zu Veranstaltungen nicht kämen, baut er kurze Zeit später in ein „Expertengespräch" mit dem Bürgermeister über den Bau einer neuen Halle ein. Das tut er in reinstem Sächsisch, weil er einen Landsmann getroffen hat, mit dem er im heimischen Idiom geplaudert hat.
Da ist bestimmt nichts vorher festgelegt. Festgelegt ist freilich das Verhalten des Publikums. Beim „warm-up" hat ihnen Regisseur Volker Quandt erklärt, dass es hier um Fernsehaufnahmen gehe. Also klatscht und trampelt und buht das Auditorium, wenn sich der Vormann das Kinn streicht und wird still, wenn er sich das Haar aus der Stirn schiebt.
Damit das mit dem Improvisieren nicht allzu leicht wird, hat sich Quandt verschiedene Nickeligkeiten ausgedacht: Mal müssen die Satzanfänge in alphabetischer Reihenfolge gesprochen werden, mal dürfen bestimmte Buchstaben nicht benutzt werden. Immer aber müssen die Begriffe, die die Zuhörer ins Spiel bringen, gesprochen, gesungen, dargestellt werden. Die jeweilige Darstellungsform gibt der Mann an der Spitze vor. Wie kriegt man die Begriffe „Hummel", „Borgward" und „Languste" unter eine Hut? Scheinbar mühelos machen Udo Zepezauer, Stefan Töpelmann und Ilka Knickenberg daraus einen swingenden Jazzvortrag, das sich die Zuhörer in ihren unbequemen Stühlen krümmen vor Lachen.
In der Oper, die nach Zuruf aus dem Zuschauerraum „Der Lustgarten" heißt und in dem es um eine „Schwester" und eine „Spülmaschine" geht, entwickelt sich eine tragikomische Liebesgeschichte zwischen Schlossherr, Gärtner und jungem Mädchen, die operngemäß mit einer – allerdings kurzen – Todesarie des mit der Gartenschere gemeuchelten Adligen endet. Das alles geht temporeich über die Bühne – Nachdenken ist nicht, Worte und Gesten müssen die Mimen auf der Stelle parat haben. Das bedeutet hohe Aufmerksamkeit, sofortiges Einfühlen in das, was der Kollege gerade macht und schnelles Aufnehmen des Fadens. Die Schauspieler machen sich gegenseitig Geschenke, nennt Töpelmann das. Und auch das Publikum fühlt sich reich beschenkt. Denn das, was über die – nicht vorhandene – Rampe kommt, ist alles andere als sinnfreies Kalauern oder einfach nur Spaß. Es ist durchaus ernsthafte Auseinandersetzung mit Sprach- und Musikstilen. So etwas bereitet einfach Vergnügen." (uhm)


2008 Farmer Jason <

2008 Johann Martin Enderle >

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